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HooGoo auf der INFECT2010
“Die INFECT2010 will den Werbetreibenden und Kommunikationsverantwortlichen aufzeigen was HEUTE mit Social Media Kampagnen und der Nutzung von Social Media Netzwerken möglich ist.” So der O-Ton des Veranstalters. Das hört sich doch wirklich spannend an – zumal wir mit HooGoo zum Start nur auf Social Media gesetzt haben und klassisches Marketing und PR (bis auf eine Pressemeldung über OTS zur Liveschaltung und ein paar Gutscheinflyer in Paketen) bisher völlig außer acht gelassen haben.
Also auf nach Düsseldorf ins UCI Kino im Düsseldorfer Medienhafen und hören, was es Neues gibt. Etwas zu spät eingetroffen gab es direkt einen Bäng… Nick Sohnemann hat gezeigt, was in der Zukunft möglich sein könnte – und was derzeit schon möglich ist. Mit Augmented Reality, Geotargeting, Hyperlocality und FaceDetect kommt das Internet überall dahin, wo wir sind. Dank mobile Devices, Smartphones, iPads & Co. wird es zum Outernet. Spannend, neu, aufregend und ein guter Start.
Leider wurde es nach der ersten Kaffeepause dann wieder bodenständiger. Im Track 1, den ich ausschließlich besucht habe, ging es um verschiedene Social Mediadienstleistungen, Case Studies und Unternehmensvorstellungen. Spannend war eine Diskussion zwischen Mirko Lange und Wolfgang Lünenbürger zu Social Media GAUs und dabei speziell zu dem aktuellen Kitkat/Greenpeace Fall. Was Nestle hätte besser machen können? Die Experten waren sich einig, dass das Unternehmen gelassener hätte reagieren müssen und durch das ungeschickte Eingreifen erst dafür gesorgt hat, das Problem zu einem zu machen. Ein anwesender Horizont-Redakteur hat bestätigt, dass der Fall für ihn erst von Bedeutung wurde, nachdem Nestle die Anwälte losgelassen und die Facebook-Gruppe geschlossen hat.
Nach der allgemeinen Empörung über die Höhe der Wellen, die ein Fehler in der Social Media Kommunikation schlagen kann, gab es dann einen sehr erfrischenden Vortrag von Joachim Graf. Er konnte aus vulkanaschetechnischen Gründen nicht nach Düsseldorf reisen, stand aber via Skype zur Verfügung. Seine Kernaussage: “Nehmt euch doch alle nicht so wichtig! Social Media ist spannend und sinnvoll, aber es ist doch nur eine sehr spitze Zielgruppe von Leuten, die diese Netzwerke umfassend nutzen. Der Großteil der Bevölkerung hätte von dem Nestle-Dings doch eh nix mitgekriegt.” Recht hat er… manchmal muss man sich immer wieder in Erinnerung rufen, das Social Media nur ein “Fliegenschiss” im breiten Kommunikationsfächer ist. Wenn auch ein spannender und beachtenswerter.
Desweiteren gab es noch etwas zu SEO und SEM, Social Media Monitoring und einem sehr spannenden Projekt zum Worth-of-Mouth Marketing: buzzer.biz (übrigens super schwer zu finden, weil buzzer.de/.net/.com anderweitig belegt sind und auch Google nicht wirklich fündig wurde). Bei Buzzer kann man sich als Konsument anmelden und bekommt dann maßgeschneiderte Produktproben zum Testen und Weiterempfehlen angeboten. Im Gegensatz zu anderen Online-Marktforschungsplattformen sind die hier laufenden Kampagnen speziell darauf ausgerichtet, dass die Tester das Produkt in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis weiterempfehlen. Die Probanten bekommen Give-Aways und Stories an die Hand, mit denen sie die Nachricht über das neue Produkt verbreiten können. Ich denke, ich werde es mal ausprobieren…
Nach dem Nachmittagskaffee ging es um “Create the buzz” – und zwar via Video, Mobile Apps und Text. Besonders die Themen Video und Mobile waren sehr interessant. Ich habe aber gemerkt, dass meine Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit langsam dem Ende entgegen ging. Zumal es im Kino keine Steckdosen für mein Laptop (und sein defektes Akku) gab und ich alles Spannende ganz 1.0 mit Stift und Block festhalten musste. Ausführlichere Infos folgen aber noch in extra Blogposts. Ich denke, die Themen verlangen nach einer ausführlicheren Betrachtung.
Abschließend noch ein paar allgemeine Eindrücke zur Veranstaltung: Aufgefallen ist, dass die Teilnehmer der INFECT2010 ziemlich offline waren. Ausführlich getwittert haben nur eine handvoll Personen. Gerade bei einer Social Media Veranstaltung hätte ich schon erwartet, dass der Veranstalter selber die aktuellen Themen ins Netz streut. Auch wLan Spots in den Kinosälen und Steckerleisten (zumindest an den Sitzen am Gang) wären sicher gut angenommen worden. Alles in allem gab es einige interessante Anregungen und nette Gespräche in den Pausen und beim anschließenden Get-Together. Bin nächstes Jahr gerne wieder dabei.
Geschrieben von jwestphal
25. April 2010 um 19:29
Veröffentlicht in Unterwegs
Getaggt mit #infect, INFECT2010, Social Media



